Knabenkapelle, Knabenbataillon und der "Kleine Obrist"

Sie tragen jetzt Rokkokouniformen. Dies soll auch an die letzte Phase der reichsstädtischen Herrlichkeit erinnern.

Knabenkapelle

Ein Aushängeschild unserer Stadt ist die Knabenkapelle. Sie wurde 1868 von Kantor Wiegand gegründet. Die Knabenkapelle kann jedoch eine viel längere Tradition nachweisen. Schon 1552 werden die "Buben Bauckenschläger" erwähnt. Als im 17.Jahrhundert die Schulkinder zur Stadt hinauszogen, um den Beginn der Ferien zu feiern, wurden sie "altem Herkommen nach" von eigenen Trommlern begleitet. Weitere Instrumente kamen hinzu, und so entstand über Jahrhunderte hinweg die Knabenkapelle, so wie sie jetzt vorbeimarschiert. Bis zum Ende des letzten Jahrhunderts trugen die Buben noch schwedische Uniformen mit großen Schlapphüten. Als 1897 das Festspiel erstmalig aufgeführt wurde, und die Erwachsene zu Akteuren wurden, mußten Knabenkapelle und Knabenbataillon folgerichtig umgestaltet werden. Sie tragen jetzt Rokkokouniformen. Dies soll auch an die letzte Phase der reichsstädtischen Herrlichkeit erinnern. Heute bildet ein städtischer Musikdirektor die Knabenkapelle aus. Ihr gehören etwa 80 Aktive und 30 Rekruten an.

Knabenbataillon

Die dritten Grundschulklassen stellen das Knabenbataillon. Die rot-weiße Rokkokouniform mit schwarzem Dreispitz und Zopfperücke ist die des Infanterieregiments Baden-Durlach aus der 1.Hälfte des 18.Jahrhunderts. Diesem Regiment mußte Dinkelsbühl ein Kontingent liefern. Der "kleine Obrist" zu Pferd ist die herausragende Gestalt des Knabenbataillons. Er erinnert an den Ferienauszug der Schulkinder. dabei durfte der beste Lateinschüler nach dem Zechausflug nach Seidelsdorf hoch zu Roß in die Stadt einreiten. Seit einigen Jahren zieht das Knabenbataillon wieder auf Anregung ihres ehemaligen Exerziermeisters Lober in eine Gastwirtschaft nach Seidelsdorf, um an diese Tradition anzuknüpfen.

Der "Kleine Obrist"

Am Ende des Festzuges wird der "Kleine Obrist" den 1848 von Pfarrer Unold-Zangmeister gedichteten Spruch aufsagen. Dieser erinnert an das Geschehen, also an die Errettung der Stadt, im Jahre 1632. Anschließend läßt er seine Heimatstadt Dinkelsbühl hochleben.

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