Obristenspruch

Vernehmt ihr Leute groß und klein Was ich euch jetzt berichte;

Vernehmt ihr Leute groß und klein
Was ich euch jetzt berichte;
Ich schenk euch gute Märe ein
Aus uns'rer Stadtgeschichte

Man weiß ja wohl das schwere Jahr,
Da ließ es Gott geschehen,
Daß sie befreit ward aus Gefahr
Durch ihrer Kinder Flehen.

Der Feind stand dräuend vor dem Tor,
O weh! Wer hilft uns Armen?
Da drang die Bitte an sein Ohr:
"Hab doch mit uns Erbarmen!"

Sieh hier der zarten Kinder Schar,
Wer soll uns speisen, tränken,
Willst du der Stadt, die uns gebar
Nicht Gnad' und Frieden schenken?

Da ward des Feindes Herz erweicht
Das Schwert fuhr in die Scheide.
Viel Mutterherzen wurden leicht
Und alles ward voll Freude.

Deß zum Gedächtnis feiert man
Dies Fest seit vielen Jahren
Und stimmet dem ein Loblied an,
Der uns aus Kriegsgefahren

Errettet hat zu seiner Zeit
Durch Kindermundes Lallen;
Er lasse sich's voll Freundlichkeit
Auch heute wohl gefallen.

Er gebe uns ein frommes Herz,
Und lehr' uns kühnlich treten
Vor ihn, in Freude wie in Schmerz
Für uns're Stadt zu beten.
Dinkelsbühl lebe hoch!

Verfasst 1848 von Pfarrer Unhold-Zangmeister

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