Zunfttanzgruppe

Das Zunftwesen prägte die Gesellschaft der mittelalterlichen Stadt.

Zunftreigen und Zunfttanz

Zunftreigen
Zunfttanz

Die Zunfttanzgruppe schließt den Festzug ab. Die Zünfte kontrollierten die Qualität und Fertigungsweise der Produkte, sie entschieden, wer aufgenommen werden konnte, wer Geselle, wer Meister wurde. Seit 1387 hatten sie paritätischen Anteil am Stadtregiment.

Während der Festwoche können Sie verschiedene Tänze des Zunftreigens bewundern.
Am beeindruckensten ist sicherlich der Schwertertanz. Ein Tanz der Zünfte wurde der Waffentanz erst im 14. Jahrhundert. Im Nürnberger Stadtarchiv belegte eine Quelle von 1350 eine von Kaiser Karl V. genehmigte Aufführung von Tänzen der "Messerer mit bloßen Schwertern".
Die aufstrebende Zunft der Weber verdrängte die Schmiede auf den zweiten Platz. Sie entwickelten ihren eigenen, den Webertanz. Mit dem Niedergang der Zünfte verschwand auch ein Großteil von deren Brauchtum. Erst 1925 wurde der Schwertertanz wieder aufgeführt. Und 1928 zur Jahrtausendfeier der Reichsstadt wurden Schwerter- und Webertanz als Tänze der Meistersöhne und -töchter zusammen dargeboten.

Der Schwedisch-schottische Paartanz und die WestgÕta-Polka erinnern an das schwedische Engagement im 30-jährigen Krieg und an versöhnliche Momente des Krieges. Unbestätigten Erzählungen zur Folge soll die evangelische Jugend ins Schwedenlager zum Tanz gegangen sein. So unterstreichen der schwedisch -schottische Paartanz und die WestgÕta -Polka die Friedensbotschaft der Kinderlore.

Seit mehr als 70 Jahren, seit der Jahrtausendfeier Dinkelsbühl´s hat sich wenig am Auftritt des Zunftreigens geändert. Es sind dieselben Kleider, dieselben Schuhe, die ihren Trägern den charakteristischen schlorchenden Gang verleihen, dieselben Aufführungszeiten, und für Schwerter- und Webertanz dieselbe Melodie und dieselben Figuren.

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