Schwedisches Fußvolk

Der schwedischen Infanterie voraus schreitet der schwedische Fahnenträger.

Fahnenträger

Die schwedische Flagge kann man von der Fahne der Kalmarer Union von 1397 (in der sich die Reichsräte der drei nordischen Königreiche vereinigen, Schweden lehnt jedoch das dänische Unionskönigstum ab) herleiten (Regierungszeit von Königin Margarete). Es trägt die drei goldenen Kronen des schwedischen Wappens auf blauem Grund.

Schwedischer Fahnenträger

Soldaten

Das schwedische Fußvolk ist mit Lanzen und Musketen ausgerüstet. Diese sind 125 bis 144 cm lang, 4 bis 7 kg schwer, mit einem Kaliber von 19 bis 20 mm. Die Schußweite betrug 200 bis 300 Meter. Die Soldaten mußten die schweren Musketen zum Abfeuern auf einen Gabelstock aufstützen. Die Lunte und zwei Pulverflaschen, eine mit feinem Zünd-, die andere mit grobem Laufpulver, vervollkommnen die Schießausrüstung. Dazu trugen sie noch einen Degen und einen Dolch. Einige der Infanteristen sind bereits mit einem Steinschloßgewehr ausgerüstet. Dieses kann seinen Zündfunken selbst erzeugen. Das mühsame Hantieren mit der Lunte entfällt, und die Ladegeschwindigkeit erhöht sich beträchtlich.

Feldarzt

Wo gekämpft wird, gibt es Tote und Verwundete. Um diese kümmerte sich der Feldscher. Diese war ein ausgebildeter Arzt. Für die Versorgung der Verwundeten standen Ihm umfangreiche Gerätschaften zur Verfügung. Wir erkennen Instrumente, um die Tiefe der Wunde Festzustellen, Instrumente für chirurgische Eingriffe, Knochensägen um zerschossenen Gliedmaßen abzunehmen, Messer, Scheren, Zangen. Mit Nadel und Faden wurden die Wunden geschlossen, Verbände mit heilenden Flüssigkeiten getränkt. Seine reizende Begleiterin hat sicher manchen Verwundeten wieder aufgerichtet.

Pikeniere

Die Pike, ihre auffälligste Waffe, hat den Pikenieren den Namen gegeben. Diese Pike ist ein 6 Meter langer Spieß, oben mit einer kleinen Spitze, unten mit einem stumpfen Metallbeschlag versehen, um die Pike in die Erde zu stecken. Als zusätzliche Waffe führen sie das Schwert. Sie tragen eine Halbrüstung, bestehend aus dem Birnenhelm, dem sogenannten Morion, den Brustpanzer und einen Beinschutz. Ihre Marschordnung, geordnet mit hochgereckten Piken, verrät, daß sie sich in vorbereitender Angriffsstellung befinden.

Sie hatten in der Schlacht drei Aufgaben:
1. Das Decken der nachladenden Musketiere. Hatten die Musketiere ihre Waffen abgefeuert, so rückten die Pikeniere vor die nachladenden Musketiere und zogen sich wieder hinter deren Linien zurück, sobald der Ladevorgang beendet war.
2. Ihre zweite Aufgabe war das Abwehren von Reiterangriffen. Sie bildeten dazu eine versetzte Zweierreihe, senkten die Piken, stellten sie am rechten Fuß ab und hielten sie mit der linken Hand. Mit der rechten zog der Pikenier das Schwert, damit er, wenn die Pike brach, noch verteidigungsfähig war. Gerade die Abwehr von Reiterangriffen war äußerst verlustreich. Daher wurden die Pikeniere mit der Zeit immer mehr durch Musketiere ersetzt. Diese hatten durch ihre Feuerkraft bessere Angriffs- und Verteidigungsmöglichkeiten.
3.Ihre dritte Aufgabe war der Angriff auf Fußtruppen

Henker

Als Schweden 1630 in den 30jährigen Krieg eingriff, um das Deutsche Reich vor der Tyrannei der Habsburger zu befreien und den Protestantismus zu retten, aber besonders auch, um Mecklenburg und Pommern zu erobern und dadurch die schwedische Herrschaft über den Ostseeraum zu erweitern, konnte sich Gustav Adolf auf ein diszipliniertes Herr stützen. Die Kriegsumstände, Verrohung der Truppe und Anwerben von Söldnern untergruben jedoch die Moral. Nur durch drakonische Strafen konnte die Disziplin im Feldlager aufrechterhalten werden. Diese Umstände dokumentiert die Scharfrichtergruppe.

Wer angeworben war und Handgeld genommen hatte, verfiel dem Kriegsrecht. Wer desertierte, wurde mit dem Tode bestraft. Wir sehen hier so einen Unglücklichen, der seiner Hinrichtung entgegensieht. er wird begleitet von einem Geistlichen, dem Henker und dem Henkersknecht.
Das Kriegsrecht regelt auch die Verteilung der Beute. Bei einer Eroberung standen dem Feldherrn alle Geschütze zu, die gesamte Munition und der Proviant. Daher versuchten die Unterlegenen diese Dinge zu vernichten. Geschütze etwa wurden vernagelt, d.h. ein Nagel wurde ins Zündloch getrieben. Alle anderen Dinge erhält der, der sich ihrer zuerst bemächtigte.

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