Schwedische Marketenderei und Troß

Vielen der durch die Kriegswirren entwurzelten Menschen bot der Troß eine, wenn auch unsichere, Heimat.

Marketenderwagen

Aus dem Marketenderwagen verproviantierten sich die Soldaten. Er ist einem Originalwagen aus dem 30jährigen Krieg aus dem Reichsmuseum in Stockholm nachgebaut. Die Marketenderinnen und Troßkinder sind die Angehörigen der Soldaten. Jedem Heer des 30jährigen Krieges folgte der Troß. Er war etwa doppelt so stark wie das Heer an sich.

Marketenderwagen

Bauer mit Kuh und der Geißführer

Einen weiteren zivilen Akzent setzen der Bauer mit Kuh und der Geißführer. Sie führen uns das Schicksal der Dorfbevölkerung vor Augen, die häufig schutzlos der wütenden Soldateska ausgesetzt waren. Um weiter existieren zu können, haben sich diese Landsleute dem Troß angeschlossen.

Marodeure

Als entwurzelte, haltlose Plünderer waren die Marodeure verschrien. Ihr Name leitet sich von einem Oberst Merode ab. Er stieß mit einem neu ausgehobenen Regiment aus Kranken, Invaliden und Lahmen zum Heer. Grimmelshausen sagte von ihm in seinem Simplicissimus: "Sie säen nicht, sie ernten nicht, kommen auch nie in eine Schlachtordnung und unser himmlischer Vater ernährt sie doch." Aus Merodebröder wird schließlich der Name Marodeure. Dieser Name bürgert sich dann ein, um versprengte Truppenteile, Nachzügler, Zusammenrottung von Deserteuren und ähnliches zu bezeichnen.

Sie entwickelten sich zur Landplage und waren eine richtige Geißel des Krieges. Ihre Zusammensetzung war international, was auch an dem vorüberziehenden Trupp abzulesen ist. Ein Kroate, ein Ungar und ein Schotte sind auch darunter. Demonstrativ mißachten sie alle Gesetze und Spielregeln, nehmen die rot-weiße Dinkelsbühler Fahne ab und ziehen die blau-gelbe schwedische auf. In einem Wagen führen sie ihr Beutegut mit. Die Marodeure beschließen den schwedischen Teil des Festzuges.

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