Der Festzug

Weit über tausend Bürgerinnen und Bürger in originalgetreuen Kostümen

Übersichtskarte Festzug

An den beiden Sonntagen, jeweils nach dem zweiten Nachspiel, setzt sich der ausschließlich rein historische Festzug am Altrathausplatz in Bewegung. Daran beteiligen sich weit über tausend Bürgerinnen und Bürger in originalgetreuen Kostümen. Am Montag schließt sich diesem der Kinderfestzug an (Schülerinnen und Schüler aller Schulen der Grund- und Sekundarstufe I).

Am Dienstag dagegen ziehen ausschliesslich die Schülerinnen und Schüler aller Schulen beider Stufen und die historischen Kindergruppen unter Marschmusik einheimischer Kapellen um.

Tausende begeisterter Zuschauer haben sich schon vor Beginn des Festzuges einen Platz an den Strassenrändern ergattert und freuen sich mit den Akteuren, die jetzt - fast alle Blumen in den Händen tragend - an ihnen vorbeimarschieren.

Allen voran reitet der reichsstädtische Herold, ihm folgt ein schwedischer Trompeter, der in kurzen Abständen sein Signal bläst. Vor dem Obristen Klaus Dietrich von Sperreuth reiten ein schwedischer Hauptmann sowie weitere schwedische Offiziere und Kürassiere. Es folgen Trommler und Pfeiffer zu Fuß; den Fußsoldaten wird die schwedische Drei-Kronen-Flagge vorangetragen. Neben den schon jahrzehntelangen Teilnehmern haben begeisterte jüngere Bürger durch die Gründung neuer Gruppen die Attraktivität des Zuges gesteigert. Eine davon sind die militärisch-stramm marschierenden Pikeniere mit ihren über vier Meter langen Piken. Dann folgt die Scharfrichtergruppe. Den Troß führt ein Eisenreiter an; die Kanone ist eine Rarität, zumal das Original schon vor dem Dreißigjährigen Krieg in Dienst gestellt wurde. Pulverkarren, Marketenderwagen mit Marketenderinnen und Troßkinder leiten zu einer ebenfalls erst seit etwa zehn Jahren mitziehenden schwedischen Fußvolkgruppe über. Dem Troß gehören außerdem ein Bauer mit Kuh und ein Geißführer an. Den Abschluß der einziehenden Sieger bildet die Gruppe der Marodeure; es sind ebenfalls erst etwa ein Jahrzehnt lang integrierte farbenprächtige, den Truppen folgende plündernde Nachzügler - so im Sprachbrockhaus definiert.

Zwei Stadtsoldaten führen den reichsstädtischen Festzugsteil an. Der Kinderlore als strahlende Siegerin mit ihrer großen Kinderschar folgen die drei Bürgermeister und Ratsherrn, die Mitwirkenden im Festspiel. Seit einigen Jahren hat sich auch in diesem Teil des Zuges eine Bürgergruppe neu formiert. Der Stadthauptmann zu Pferd und der Stadtleutnant mit den Stadtknechten folgen. Die sich anschließende Dorfhauptmannschaft, teilweise beritten, verweist auf die Verbundenheit der Stadt mit den umliegenden Dörfern.
Die schmissigen Klänge des Hohenfriedbergers oder eines anderen Marsches künden die weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannte Knabenkapelle an. Ihr folgt das Knabenbataillon, der kleine Obrist vorneweg ebenfalls zu Pferd. Auf einen bedeutenden mittelalterlichen Erwerbszweig, der Schäferei, sowie die Tuch- und Barchentweberei, verweisen die kleinen Schäferinnen und Schäfer. Viel bestaunt wird auch die Trachtengruppe aus Segringen, Kinder in einer Bauerntracht, wie sie noch vor Jahrzehnten getragen wurde. Besonders reizvoll sind die Mädchen mit ihren sogenannten Riegelhauben und den langen, breiten Moreenbändern. Es folgen Handwerkergruppen, die Blausieder verweisen auf die Teichwirtschaft, die Sensen- und Sichelschmiede waren einstmals ein wichtiger Erwerbszweig; natürlich fehlt auch die überdimensionale Schneckennudel nicht. Die Tanzgruppe der Biedermeiermädchen und jene mit der Kinderzechgucke sowie der Zunftreigen, die Bürgerstöchter und -söhne in der Tracht des 17.Jahrhunderts bilden den Abschluß.

Lassen Sie nun auf den folgenden Seiten den Festzug an sich vorbeiziehen oder besser noch kommen Sie doch selbst.

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