Als entwurzelte, haltlose Plünderer waren die Marodeure verschrien. Ihr Name leitet sich von einem Oberst Merode ab. Er stieß mit einem neu ausgehobenen Regiment aus Kranken, Invaliden und Lahmen zum Heer. Grimmelshausen sagte von ihm in seinem Simplicissimus: "Sie säen nicht, sie ernten nicht, kommen auch nie in eine Schlachtordnung und unser himmlischer Vater ernährt sie doch." Aus Merodebröder wird schließlich der Name Marodeure. Dieser Name bürgert sich dann ein, um versprengte Truppenteile, Nachzügler, Zusammenrottung von Deserteuren und ähnliches zu bezeichnen.
Sie entwickelten sich zur Landplage und waren eine richtige Geißel des Krieges. Ihre Zusammensetzung war international, was auch an dem vorüberziehenden Trupp abzulesen ist. Ein Kroate, ein Ungar und ein Schotte sind auch darunter. Demonstrativ mißachten sie alle Gesetze und Spielregeln, nehmen die rot-weiße Dinkelsbühler Fahne ab und ziehen die blau-gelbe schwedische auf. In einem Wagen führen sie ihr Beutegut mit. Die Marodeure beschließen den schwedischen Teil des Festzuges.